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One Night
Stand oder Affäre?
Leben Sie in einer langjährigen Partnerschaft und fühlen sich allmählich durch das tägliche Einerlei nicht wirklich lebendig?
Haben Sie deshalb auch schon mit dem Gedanken gespielt, einen ONS (One Night Stand) mit einem fremden Partner zu haben? Oder denken Sie eher an eine länger dauernde „Nebenbeziehung“ mit mehr Nähe?
Meist dauert es unter normalen Umständen (d.h. wenn einen die Lust nicht „plötzlich“ überkommt und man sämtliche Bedenken beiseite schiebt und den Trieb quasi an Ort und Stelle auslebt) eine Weile, bis man sich
entschliesst, sein Glück im „Aussen“ zu suchen. Man geht hier verschiedenste Stadien durch, fragt sich immer wieder, ob es das „wert“ ist und was alles passieren könnte, sollte die Sache auffliegen.
Wenn dann sämtliche Szenarien in der Fantasie „durchgespielt“ wurden und man sich nach all den Gedankenspielen dazu durchringt, zum ersten Mal (oder neuerlich) fremd zu gehen, steuert man unweigerlich auf die nächste Frage zu: Will ich eigentlich nur einmal (oder auch ein paarmal mit demselben Sexpartner) einen
One Night Stand oder will ich doch lieber eine Affäre mit einem anderen Partner, der mir dann auch immer vertrauter wird?
Und wie würde ich es verkraften, wenn mich diese Affäre wieder verlässt oder ich mich aus verschiedensten Gründen gezwungen sehe, diese Affäre wieder zu beenden?
Der One Night Stand sieht auf den ersten Blick sehr unkompliziert, locker und im wahrsten Sinn des Wortes „schnelllebig“ aus. Man lernt sich irgendwo in einer Bar, Disco, auf einer Party, im Internet (besonders grosse Auswahl) etc. kennen und – schwupps! – landet miteinander unversehens im Bett oder wo auch immer.....
Oft kennt man nicht einmal den Namen der neuen Eroberung (oder vergisst ihn gleich wieder).
Ein One Night Stand ist unverbindlich, es wird keine Beziehung aufgebaut. Er scheint somit auch viel unverbindlicher als eine Affäre zu sein. Man „investiert“ keine grossen Gefühle, es geht um
puren Sex und das mit möglichst ständig wechselnden Partnern, um nichts zu versäumen und eine möglichst breite Erfahrungspalette zu haben.
War es schon für Casanova eine heikle Geschichte, seine Sammlung ständig zu erweitern, weil es auch damals Geschlechtskrankheiten, eifersüchtige Ehemänner usw. gab, so ist es heute trotz
Kondom, etc. ein umso heikleres Thema, denn über unser aller Köpfe schwebt das Thema: Aids!
Man kann sich natürlich dagegen sperren, es komplett negieren und einfach nicht daran denken bzw. einfach daran denken, möglichst viele ins Bett zu bekommen und Erfahrungen zu sammeln, egal was da kommen möge....
Aber: hat man nicht auch eine Verpflichtung gegenüber einem Sexpartner, auch und vor allem bei einem ONS?
Trotz Kondom besteht leider die Möglichkeit, sich auf Umwegen mit Aids zu infizieren. Bei ständig wechselnden Partnern eine grosse Gefahr – auch für die nachfolgenden Partner, ganz abgesehen davon natürlich auch für den Lebensgefährten bzw. Ehegatten.
Ausschliessen kann man diese Gefahr natürlich niemals. Das Leben an sich ist „lebensgefährlich“.
Aber durch den Entschluss zu einer länger dauernden Affäre kann man das Risiko doch in Grenzen halten. Man lernt einen Menschen besser kennen, der
Sex mit ihm wird immer erfüllender, weil man auch die Vorlieben des anderen immer besser kennenlernt. Man spielt sich quasi aufeinander ein, redet vielleicht dann auch über Dinge, die einen bewegen (und die man vielleicht aus Desinteresse mit dem eigenen Lebenspartner nicht besprechen kann), erweitert dadurch seinen Horizont ....
Ein grosses „Risiko“ besteht natürlich auch hier: man bindet sich bei gutem Verstehen im Laufe der Zeit immer mehr an die Affäre, teilt Teile seines Lebens mit ihm bzw. ihr. Daraus kann dann leicht mehr entstehen, vor allem wenn man erkennt, daß der ursprünglich „nur“ für
Sex „vorgesehene“ Partner einem um so vieles mehr geben kann als der bisherige Lebenspartner.
In einer solchen Situation lässt sich nur eines raten: ruhig Blut bewahren! Nichts überstürzen, um sozusagen nicht „vom Regen in die Traufe“ zu kommen.
Speziell wenn der andere ungebunden, also frei ist, kann hier von dieser Seite leicht Druck in der Art aufgebaut werden: „wenn Du Deinen Partner nicht verlässt, dann verlasse ich Dich!“
In der ersten Euphorie, im „Liebesrausch“ kann es in einer solchen Situation dann leicht zu einer von anderen so gesehenen oder tatsächlichen „Kurzschlusshandlung“ kommen.
Wer von uns hat nicht schon von Männern oder auch Frauen gehört, die nach 20, 25 Jahren wegen eines neuen Partners schon nach kürzester Zeit ihre bisherigen
Partner verlassen haben? Der- oder diejenige glaubt im neuen Partner das gefunden zu haben, was ihm Zeit seines Lebens gefehlt hat.
Manchmal ist das nur ein Trugschluss, es kann aber tatsächlich eine Veränderung zum besseren hin stattfinden.
Im Vorhinein weiss das Niemand. Man muss sich eben sehr intensiv damit auseinandersetzen, was man selbst möchte, was einem der neue Partner tatsächlich geben kann und was er einem nicht geben kann. Je besser man den neuen Partner kennt, desto eher lässt es sich einschätzen, ob man tatsächlich harmoniert.
Sollte der neue Partner auch in einer fixen Beziehung leben, dann sind natürlich umso mehr Menschen davon betroffen. Und umso gründlicher sollte man darüber nachdenken, was man aufgibt und ob es sich „lohnt“, das alles aufzugeben.
Oft ist es aber auch so, daß man etwas aufgibt, weil man sich eben schlicht und einfach auseinander gelebt hat und ganz realistisch erkennt: so könnte es nicht mehr weitergehen – ich will in 20 Jahren nicht dort stehen, wo ich heute stehe. Ich gehe das Risiko einer neuen Partnerschaft ein, egal was das in ein paar Jahren für mich bedeutet......
So schwierig diese Entscheidung dann sein mag (wobei im Vorfeld meist schon umfangreiche Denkprozesse stattgefunden haben und man im Grunde seines Herzens schon erkannt hat: so kann und darf es einfach nicht weitergehen, ich gehe seelisch oder körperlich in meiner bisherigen Beziehung zugrunde), so befreiend und erleichternd kann es sein, wenn man den Schritt aus einer „eingefrorenen und erstarrten Beziehung“ wagt.
Viele Menschen leben dann gewissermassen auf – sie entdecken alte Hobbies wieder, beginnen durch den neuen Partner mit neuen Hobbies, aktivieren den alten Freundeskreis, gewinnen neue Freunde dazu.
Aus der ursprünglichen, einengenden „Zweierbeziehung“ wird wieder ein „Miteinander“ mit vielen anderen Menschen. Und da der Mensch im Allgemeinen ein soziales Wesen ist, ist dies eine Bereicherung für nahezu Jeden.
Also entscheiden Sie selbst zwischen One Night Stand und Affäre: Ständig wechselnde One Night Stands ohne viele Gefühle und dem erhöhten Risiko, an einer Geschlechtskrankheit zu erkranken?
Oder doch das Risiko einer Affäre, aus der mehr werden kann? Sie allein haben die Wahl....
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